Ich hatte mich aufgrund der überaus positiven Kundenmeinungen für diesen Schrauber entschieden. Allerdings fehlte in vielen Rezensionen die wichtige Information, welche Akkus und bei welchen Drehmomenten die Tester gearbeitet hatten. Mein primärer Einsatz war der Reifenwechsel. Ich habe mir passend dazu einen 4 Ah ProCore-Akku besorgt. An einem VW Tiguan, dessen Radmuttern mit 140 Nm festgezogen sind, scheiterte ich zunächst komplett. Mit dem genannten Akku konnte ich die Muttern einfach nicht lösen. Zudem erreichte das Gerät schnell eine ungewöhnlich hohe Temperatur. Auf der zweiten Stufe soll eine Drehmomentleistung von 200 Nm erzeugt werden. Versuchte ich, die Radschrauben auf dieser Stufe festzuziehen, ließ sich das Ergebnis anschließend noch deutlich weiterdrehen mit einem auf 140 Nm eingestellten Drehmomentschlüssel. Sollte ich für das Vorlösen bereits auf mein altes Handwerkzeug ausweichen müssen, wäre der Nutzen fraglich. Kleine Schraubverbindungen mag er aufgrund seiner Handlichkeit meistern, aber sicher war, dass er die Bremssattelträgerschrauben an der Vorderachse (ca. 200 Nm) nicht lösen konnte. Ich wollte das Gerät eigentlich schon zurücksenden... Update: Ich korrigiere meine Bewertung auf volle 5 Sterne! Nachdem ich den Akku viermal kontrolliert entladen und wieder geladen hatte, löst der Schrauber jetzt Radmuttern, die mit 200 Nm angezogen sind, in unter drei Sekunden mit dem 4 Ah ProCore-Akku. Ich bin begeistert. Der Reifenwechsel ist damit mühelos möglich, und kleinere Arbeiten am Fahrzeug sind ebenfalls kein Problem. Nur bei extrem fest sitzenden Schrauben nutze ich eine Knarre zum Vorlösen. Ein Tipp zum Entladen: Der Akku muss auf 3 Volt pro Zelle entladen werden. Bei 5 Zellen entspricht das 15 Volt. Ich nutze hierfür Modellbau-Ladegeräte. Alternativ kann man zwei 12V H4-Autobirnen in Reihe schalten (24V gesamt, der volle Akku hat 21V) und per Flachstecker an den Akku anschließen. Wichtig ist, die Spannung mit einem Multimeter zu überwachen, um eine Tiefenentladung zu vermeiden, und den Vorgang bei 15 Volt abzubrechen. Danach wieder voll aufladen. Dies viermal wiederholen. Bei mir hat das wunderbar funktioniert; der Schrauber ist kaum wiederzuerkennen. Wer dieses Verfahren anwendet, handelt auf eigenes Risiko. Bosch sieht dies nicht vor, und ich übernehme keine Haftung für mögliche Schäden.