Anfangs hatte ich Bedenken, da die Festool-Akkutauchsäge aufgrund der zwei Akkus massiger wirkt als Modelle von Bosch oder Mafell mit nur einem Akku. Doch der Gewichtsvergleich mit der Bosch GKT 18V 52 GC zeigt, dass sie konkurrenzfähig ist und durch einige Vorteile glänzt. Design und Verarbeitung Das Design ist typisch Festool: funktional und ohne überflüssigen Schnickschnack. Alle Bedienelemente sind intuitiv und arbeiten einwandfrei. Haupt- und Zusatzgriff liegen gut in der Hand. Lediglich der Spalt zwischen Akku und Griff wirkt bei zwei 5,2Ah-Akkus etwas eng. Die Gesamtverarbeitungsqualität ist hoch, nur ein minimaler Grat am Hauptgriff ist zu bemängeln. Leistung und Akkulaufzeit Dank der beiden Akkus ist die Maschine sehr kraftvoll und kommt kabelgebundenen Varianten gleich. Die volle Power liefern die 5,2Ah oder die neuen 4Ah Li-HighPower-Akkus. Mit kleineren oder nur einem Akku sinkt die Leistung spürbar, was das Arbeiten weniger angenehm macht, aber machbar ist. Mit zwei Reserveakkus und Ladegeräten lässt sich gut wirtschaften, da die Ladezeiten kurz sind. Ich nutze gerne die Kombination aus einem 4Ah- und einem 5,2Ah-Akku, um mehr Platz am Zusatzgriff zu schaffen. Schnittbild Das mitgelieferte Blatt erzeugt bei Plattenwerkstoffen saubere Schnitte. Festools breites Sortiment an hochwertigen Blättern ist empfehlenswert. Ich nutze zwei zusätzliche Blätter mit anderer Zahnung und bin sehr zufrieden. Die Schnitte sind präzise, und die Drehzahlanpassung über das seitliche Rad funktioniert gut, ist jedoch etwas versteckt, was ein versehentliches Verstellen verhindert. Führungsschiene Wer mit Tauchsägen arbeitet, kommt kaum um Schienen herum. Festools Schienen sind praktisch: Der Splitterschutz kann an der Markierung angesetzt werden, was hohe Präzision ermöglicht. Zwei Moosgummi-Streifen sorgen für einen stabilen Kontakt zum Werkstück. Über zwei Rädchen an der Grundplatte lässt sich die Säge spielfrei justieren. Für präzise Schnitte muss die Schiene vorne und hinten überstehen. Absaugung Tauchsägen bieten generell bessere Absaugung. Hier ist das Ergebnis sehr gut, auch der Spanauffangbeutel funktioniert hervorragend. Bei sehr dicken Materialien kann ich nichts sagen, da ich meist bis 22mm bearbeite. Der Beutel wird einfach gesteckt und gedreht gesichert. Für Staubsauger gibt es einen Stutzen mit Bajonettverschluss, der den Schlauch fest und sicher hält. Sägeblattwechsel Der Blattwechsel ist brillant gelöst: Einfach Hebel hochklappen, die Höhenverstellung entsperrt sich automatisch und rastet auf der richtigen Position ein. Der Blattsitz wird durch leichtes Drehen gesichert und kann mit dem integrierten Inbusschlüssel problemlos gewechselt werden. Schnitttiefe und Winkelverstellung Die Tiefeneinstellung ist einfach und übersichtlich, ob mit oder ohne Schiene. Die Feineinstellung ist hilfreich für Nuten. Die Winkelverstellung ist präzise ablesbar und die Hinterschnittfunktion gut umgesetzt. Kickback Stop Ein wesentlicher Vorteil ist der Kickback-Stop. Auch bei sicherer Arbeitsweise ist die Funktion ein großes Plus für die Sicherheit, da Rückschläge gefährlich sein können. Tauchfunktion Die Tauchmechanik funktioniert reibungslos. Die Feder ermöglicht gleichmäßiges Eintauchen, und das Blatt klappt nach dem Schnitt zuverlässig unter die Haube, was die Arbeitssicherheit erhöht. Systainer Der mitgelieferte Systainer ist hoch, bietet aber viel Platz für Zubehör wie Akkus, Ladegeräte, Parallelanschlag, Zwingen und Verbindungen. In der Styroporeinlage hat jedes Teil seinen festen Platz. Die Abbildung im Deckel hilft bei der Orientierung. Die Stapelbarkeit über T-Loc-Verschlüsse ist sehr praktisch. Zubehör Wie gewohnt bietet Festool viel sinnvolles Zubehör an, wie Blätter und Anschläge. Das Zubehör ist durchdacht und wertig, auch wenn der Preis hoch ist. Fazit Neben der hohen Präzision und Qualität ist der Kickback-Stop der größte Pluspunkt. Trotz ihrer Größe ist die Säge handlich und macht Freude in der Arbeit. Sie ist bis ins Detail durchdacht und ihr Preis wert.