Ich schreibe selten Rezensionen, aber dieser Bohrhammer ist eine Ausnahme. Meine alte professionelle Bosch SDS-MAX Bohrmaschine ging leider kaputt, nachdem ich sie intensiv für diverse Umbauten eingesetzt hatte. Ich stand vor der Wahl zwischen Makita, Hilti und Milwaukee. Letztendlich fiel meine Entscheidung auf Makita, da das Preis-Leistungs-Verhältnis mit ca. 550 Euro für eine Maschine dieser Leistungsklasse unschlagbar ist. Die integrierte Antivibrations-Funktion war dann der entscheidende Faktor.
Griff und Ergonomie: Die Kritik am Griff, die ich gelesen habe, teile ich nicht. Der große Griff liegt hervorragend in der Hand, besonders in ungewohnten Positionen, wie etwa kopfüber in engen Gruben. In Kombination mit einem 32mm Bohrer (720mm Länge) ist das Gerät perfekt ausbalanciert.
Bohrperformance: Besonders beeindruckt hat mich, dass die Maschine unter Belastung genau so schnell dreht wie im Leerlauf. Man muss sich daran erst gewöhnen, da man denkt, sie läuft nicht richtig an, aber es macht die Positionierung extrem präzise.
Verdrehsicherung: Man fasst den Bohrer mit der linken Hand, positioniert ihn am Loch und drückt mit der rechten. Die Elektronik greift sofort ein, sobald die Elektronik den Widerstand spürt – ein sehr sicheres System.
Antivibration: Das ist etwas, das ich so noch nicht erlebt habe. Zum Vergleich: Meine alte Makita 2470 (SDS-Plus) vibrierte bei einem 8mm Loch genauso stark wie diese Maschine bei einem 32mm Loch in Stahlbeton. Ich habe mein Wechselfutter an der alten kleinen Maschine durch zu große Bohrungen (>14mm) beschädigt, daher meine neue Regel: bis 10mm kleine Maschine, ab 10mm die große. Ich habe mir passende Makita SDS-Max-Bohrer auf Amazon geholt.
Gewöhnungseffekt: Wegen der Drehzahlstabilisierung und Dämpfung denkt man manchmal, die Maschine bräuchte noch Anlaufzeit, und man drückt unbewusst fester am Abzug. Man sollte dem System vertrauen.
Fazit: Ideal für ambitionierte Heimwerker und Semi-Profis. Sie ist leicht, extrem kraftvoll und bohrt so sanft durch den Beton, als wäre man in einem gepolsterten Auto. Das schont die Hände und macht die Arbeit auf der Leiter sicherer, da man nicht durchgeschüttelt wird. Selbst meine Frau konnte problemlos damit arbeiten. Im Vergleich zur alten, kaputten Bosch ist es ein Quantum-Sprung.
Tipp: Kauft euch gutes Zubehör. Die Heller Enduro-Bohrer sind günstig und schneiden auch durch Eisen. Gute Meißel sind ebenfalls auf Amazon zu finden.
Mein Setup: 20er, 14er, 12er kurz (400mm) für Vorbohrungen, 20er lang (800mm) für dicke Wände, 32er und 50er lang (600mm) zum groß Aufbohren.
Nachteil: Sie kann nur „Hammerbohren“ oder „Nur Hammer“. „Nur Bohren“ ohne Schlag geht nicht. Meine alte Bosch konnte das, aber ich habe das ehrlich gesagt nur selten gebraucht, abgesehen von einer SDS-Max-Bohrkrone, die ohne Schlag läuft. Dafür habe ich einen SDS-Plus-Adapter gekauft und damit ist das Problem gelöst. Für 2000 Euro Aufpreis wie bei einer Hilti wäre das eh nicht gerechtfertigt gewesen.