Ich arbeite als Elektriker und bin daher kein Fachmann für Feinholzbearbeitung. Ich suchte eine Stichsäge, die auch präzise gerade Schnitte ermöglicht, da meine aktuelle Grün-Bosch das leider nicht zuverlässig leistet. Als Alternative hatte ich die blaue Bosch GST 140 im Visier. Grundsätzlich mochte ich die besser, allerdings fehlt dort die automatische Rückstellung des Fußes in die 90-Grad-Stellung; man muss die Neigung manuell über eine Justierschraube korrigieren, was bei häufigem Winkelwechsel nervig ist. Da mir exakte Winkel entscheidend sind, fiel meine Wahl auf die Festool. Die Sägeblattführung mit den Hartmetall-Klammern empfinde ich jedoch als ungünstig. Je nach verbautem Blatt muss man ständig nachjustieren, und wenn man bei der Führung nicht aufpasst, sprühen Funken, was mir sehr unverständlich vorkommt. Ich muss jedoch anmerken, dass ich kein gelernter Schreiner bin. Auch das leichte Abdriften des Blatts beim Sägen, wie es in anderen Bewertungen erwähnt wurde, konnte ich feststellen, was wohl mit der Gewöhnung zu tun hat. Ich habe die PS 300 dennoch behalten, da die Schnitte wirklich sauber winklig sind, was mir wichtig ist. Der zugehörige Systainer ist hervorragend; ich habe weitere nachbestellt und meinen anderen Werkzeugbestand darin organisiert. Ausschließlich die Säge betreffend, würde ich beim nächsten Mal (was ich mir nicht wünsche) eher zur GST 140 greifen. Wenn man den Fuß der Bosch einstellt und so belässt, kann man ebenfalls winklig sägen, und in mancher Hinsicht ist die Bosch meiner Meinung nach sogar überlegen. Beide sägen gut. Die drei Sterne beziehe ich auf den Vergleich mit anderen professionellen Sägen; gegenüber reinem Heimwerkerwerkzeug hätte die Festool natürlich fünf Sterne verdient.